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Nordex kaufen


18.12.2002
Nord LB

Die Analysten Frank Schwope und Karin Meibeyer von der Norddeutschen Landesbank empfehlen die Aktie der NORDEX AG (WKN 587357) nach wie vor zum Kauf.

Das Unternehmen habe im Geschäftsjahr 2001/02 sowohl Umsatz als auch Gesamtleistung um rund 26% steigern können. Während der Umsatz auf rund 440 Mio. Euro gestiegen sei, habe die Gesamtleistung bei circa 445 Mio. Euro gelegen. Sowohl die Materialaufwandsquote als auch die Personalaufwands-Quote seien leicht angestiegen.

Das EBIT habe sich um circa 26% von 14,1 Mio. auf 17,8 Mio. Euro erhöht. Dieses entspreche einer EBIT-Marge bezogen auf die Gesamtleistung von 4 Prozent, nachdem NORDEX ursprünglich eine Marge von 4,9% angestrebt hätte. Wesentlicher Grund für das verfehlen des Zieles sei die Änderung im Genehmigungsrecht in Deutschland, wodurch sich einige Projekte verschoben hätten. Zudem habe sich der Produktionsstart der eigenen Rotorblattproduktion um circa 3 Monate verzögert. Aufgrund der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge, habe sich der Jahresüberschuss überaus positiv entwickelt und sei um 166% auf 20,1 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr gestiegen. Dies entspreche einem Ergebnis je Aktie von circa 0,39 Euro.

Wichtigster Absatzmarkt der NORDEX sei nach wie vor Deutschland gewesen mit einem Anteil am Umsatz von circa 63 Prozent. Im übrigen Europa habe das Unternehmen den Anteil der Umsatzerlöse von 21,5% auf 30% steigern können. In Asien/Afrika habe NORDEX 6,1% der Umsätze erzielen können, in Nord-Amerika nur noch knapp 1 Prozent. Angesichts zu erwartender stagnierender bis rückläufiger Entwicklungen auf dem deutschen Absatzmarkt für Windenergie-Anlagen sei das Unternehmen gefordert, die Exportquote weiter zu steigern.

Die umsatzstärkste Windkraftanlage sei im abgelaufenen Geschäftsjahr das Modell S70/77 gewesen mit einem Anteil am Gesamtumsatz von fast 47 Prozent. Absolut gesehen habe sich der Absatz des Models S70/77 von 111 auf 205,5 Mio. Euro fast verdoppelt. Positiv habe sich auch die Baureihe N80/90 entwickelt, die Umsatzerlöse in Höhe von 72,5 Mio. habe erzielen können, nach 16 Mio. Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz der Modellreihe N60/62 und der Sub-MW-Turbinen sei hingegen rückläufig gewesen. Sowohl die Umsatzentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr als auch die Auftragseingänge würden den Trend hin zu den MW- bzw. Multi-MW-Anlagen unterstreichen.


Der Auftragsbestand der NORDEX AG habe sich per 01. Oktober 2002 auf 257,6 Mio. Euro belaufen. Davon seien rund 65% auf Deutschland entfallen und circa 32,5% auf das restliche Europa. Differenziert nach Modellen seien 52,2% auf die Modellreihe S70/77 entfallen und 36,1% auf die N80/90.

NORDEX habe mittlerweile den Prototyp einer 2,3 MW-Schwachwindanlage, das Model N90, errichtet. Der Prototyp der Offshore-Variante der N80 solle im März 2003 vor der dänischen Küste errichtet werden. Im gleichen Jahr solle der Prototyp der US-Variante der 2,5 MW-Onshore-Anlage aufgestellt werden. Im Bereich der Anlagen mit einer Nennleistung von 3,5-5 MW plane die NORDEX AG die Einführung eines "Familien-Konzeptes" (Verwendung eines grundlegenden Modellkonzeptes für die Entwicklung unterschiedlicher Anlagengrößen). Hierbei solle der Entwicklungsaufwand reduziert und Skaleneffekte genutzt werden. NORDEX erwarte die Errichtung eines Prototypen in der 3,5-5 MW-Klasse im Jahre 2004, während die Markteinführung gemäß Unternehmensangaben für 2005 vorgesehen sei.

Per 01. Dezember 2002 habe der Aufsichtsrat der NORDEX AG Thomas Richterich als neuen Vorstand für Finanzen und Controlling bestellt. Richterich sei zuvor als kaufmännischer Geschäftsführer der Babcock Borsig Power Energy GmbH tätig gewesen und löse den bisherigen Finanzvorstand Rudolf Schulz ab.

Das Researchteam erwarte, dass NORDEX den Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um circa 17% auf rund 514 Mio. Euro steigern könne. Beim EBIT würden die Analysten mit einem Ergebnis in Höhe von rund 22 Mio. Euro rechnen. Beim Jahresüberschuss würden sie steuerbedingt einen Rückgang auf rund 14 Mio. Euro erwarten. Für die Folgejahre rechne das Researchteam in Anlehnung an das Marktwachstum mit Wachstumsraten von jeweils rund 15 Prozent, was zu Umsätzen von rund 591 bzw. 680 Mio. Euro (in 2004/2005) führen sollte.

Mit KGVs (annualisiert) von 10 (für 2003) bzw. 8,4 (für 2004) erscheine die Aktie relativ günstig bewertet zu sein. Dies würden auch Übernahmegerüchte unterstreichen, welche die NORDEX AG mit Siemens in Verbindung bringen. Die gegenwärtige Aktionärsstruktur würde dies ermöglichen, zumal das Aktienpaket der WestLB nur als Übergangsinvestment anzusehen sei.

Das Researchteam der Nord LB belässt sein Rating für die Aktien von NORDEX bei "kaufen".




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